{"id":6004,"date":"2024-03-09T19:48:49","date_gmt":"2024-03-09T18:48:49","guid":{"rendered":"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/?p=6004"},"modified":"2024-03-12T10:09:44","modified_gmt":"2024-03-12T09:09:44","slug":"du-bist-zwar-nicht-von-hier-aber-ich-trau-dir-trotzdem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/?p=6004","title":{"rendered":"\u201eDu bist zwar nicht von hier, aber ich trau dir trotzdem\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer ist denn eigentlich Micha, und wenn ja, wie viele? \u2013 Interview mit einem Musiker<\/h2>\n\n\n\n<p>K\u00fcnstler, Texter, Komponist, Songwriter in tats\u00e4chlich nur einer Person. Zudem mein Nachbar und gesch\u00e4tzter Freund. Das soll ihm mal einer nachmachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#e8f2fb\">Geboren in Berlin, mit drei Umzug nach Tirol, Schule in M\u00fcnchen und der Steiermark, Medizinstudium in Wien, jetzt das Saarland. <strong>Micha<\/strong> ist ganz sch\u00f6n rumgekommen. \u201eWo w\u00fcrde ich heute stehen, wenn ich nicht so oft umgezogen w\u00e4re? W\u00e4re ich vielleicht Hotelier? Auf 1500 Metern H\u00f6he?\u201c Die Rede ist vom sogenannten Markbachjoch, einem Wander- und Skigebiet in Wildsch\u00f6nau, einem, wie der Name sagt, wundersch\u00f6nen Hochtal. Eigentlich sollte der Vater, ein Makler, das Hotel ja meistbietend vermitteln. Dann aber hat er sich selbst in die Tiroleri-Tirolera-Landschaft verliebt, zog mit seiner Familie aus dem quirligen Berlin in luftige H\u00f6hen, wurde Gastronom. \u201eEs gab keine Stra\u00dfe, nur den Sessellift, an dem man im Winter schon mal mit den Ohren festfror.\u201c Und so nimmt es nicht wunder, dass sich der heranwachsende Micha der Sch\u00f6nheit seiner \u00f6sterreichischen <strong>Heimat<\/strong> gar nicht recht bewusst war, wie er im gleichnamigen Song auf seiner <strong>CD Zerbrechlich<\/strong> singt. \u201eDa gab es ja anderes, was einen interessierte.\u201c, gibt er augenzwinkernd zu. Die Blockfl\u00f6te, sein erstes &#8211; \u00a0unser aller erstes Instrument! &#8211; \u00a0war es jedenfalls nicht. Doch dann schenkten ihm seine Eltern zu Weihnachten eine Wandergitarre. A-Moll, G-Dur, mehr brauchte es nicht um am Lagerfeuer \u201eLady in Black\u201c von Uriah Heep zu zupfen. Wir erinnern uns: Ah, ah-ah, ah-ah, ah-ah<br>Ah, ah-ah, ah-ah!<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kam die wichtige Erkenntnis, dass der Gitarrist immer die h\u00fcbschesten M\u00e4dels abbekam, verewigt im Song <strong>Wie alles anfing<\/strong>. \u201eTats\u00e4chlich hatten da selbst die Jungs mit der Nickelbrille eine Chance. Das Aussehen spielte da keine Rolle.\u201c Nun, lieber Micha, erlaube mir dich in puncto weiblicher Psyche ein wenig aufzukl\u00e4ren. Nickelfassung, kreisrunde Gl\u00e4ser symbolisieren seit Menschengedenken Hilflosigkeit. Hinter, nat\u00fcrlich nicht allzu dicken, Brillengl\u00e4sern vermuten verz\u00fcckte M\u00e4gdelein n\u00e4mlich fast immer eine zarte, sensible Seele, der frau nur allzu gerne die Augen f\u00fcr die Sch\u00f6nheiten der Natur \u00f6ffnen w\u00fcrde. Hippie-Helpless-Hope-Syndrom. Wie viele Frauen, so frage ich mich, h\u00e4tte denn z.B. ein Berthold Brecht ohne seine Nickelbrille abbekommen? Hm?<\/p>\n\n\n\n<p>Gut, also, dass Micha auch ohne ein derartiges Lesegestell ein langhaariges Wesen, seine sp\u00e4tere Frau, bezirzen konnte. Gleichzeitig hatte es ihm jedoch die <strong>Wiener Liedermacherszene<\/strong> angetan. Die beiden Re(a)inhards, <strong>Reinhard May<\/strong> und<strong> Rainhard Fendrich<\/strong>, treten auf den Plan. Stones, Beatles? Fehlanzeige. W\u00e4hrend andere lauthals \u201eWe all live in a yellow submarine\u201c gr\u00f6len, covert Micha \u00f6sterreichische Lieder. Mag den feinen, hintersinnigen, manchmal auch deftigen Humor. Sp\u00e4ter \u00fcbersetzt er seine Lieblingsst\u00fccke auch ins Hochdeutsche. \u201eEndlich singt er mal auf Deutsch!\u201c, seufzt ein Fan erleichtert. Endlich versteht man das, was der ein oder andere des \u00d6sterreichischen Unkundige zuvor gar und f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr Holl\u00e4ndisch hielt. Micha nimmt\u00b4s gelassen. \u00d6sterreichisch oder Deutsch, die eine Sprache ist ihm so lieb wie die andere. Und zwar sehr lieb. Reimen muss es sich halt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"545\" height=\"768\" src=\"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Micha1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6039\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#b5bccc\">Da ist er also, der Barde, der Geschichten zur Laute, pardon, Gitarre erz\u00e4hlt. Zuh\u00f6ren sollen die Leut\u00b4. Hintergrundgedudel ist Michas Sache nicht: \u201eIch stelle mir so einen richtigen \u00f6sterreichischen Gasthof vor, wo die Leute in z\u00fcnftigen Lederhosen sitzen, wo richtige <em>Bradlmusi<\/em> gespielt wird. Und dann h\u00f6ren sie pl\u00f6tzlich meinen <strong>Gipfelblues<\/strong>. Einen Blues! Was zudem das einzige instrumentale St\u00fcck auf der <strong>CD Zerbrechlich <\/strong>ist. Mit den typischen steirischen Instrumenten. Was w\u00fcrden die wohl sagen?\u201c Nun, ich vermute mal, sie w\u00fcrden sich auf die Lederschenkel schlagen, es genie\u00dfen, und am Ende bek\u00e4mst du ein extra gro\u00dfes St\u00fcck Bradl. F\u00fcr alle Nicht\u00f6sterreicherInnen: Bei der <strong>Bradlmusi <\/strong>werden die Musizierenden mit einem Braten entlohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSiehst du dich denn als Volksmusikant?\u201c, frage ich ihn. \u201eVon wegen der Wirtshausromantik, meine ich.&#8220; Micha winkt ab. Mit Volksmusik habe er nichts am Hut. \u201eUnd <strong>Die<\/strong> <strong>Seer<\/strong>\u2026?\u201c, wage ich mich vor.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e\u2026machen keine Volksmusik.\u201c, kontert er. <strong><a href=\"https:\/\/www.dieseer.at\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dieseer.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Seer<\/a><\/strong>, immerhin \u00d6sterreichs erfolgreichste Mundartband rund um <strong>Alfred Jaklitsch<\/strong>, von denen ist Micha ein Fan. Hat sogar eins ihrer St\u00fccke gecovert. Den <strong>Seern<\/strong> hat\u00b4s gefallen. Habe die Ehre. Von Blues \u00fcber Reggae zur Ballade. Bei den<strong> Seern<\/strong> sei alles dabei. Und gut, auch Volksmusik, aber eben auf moderne Art.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDein Spektrum, Micha,&nbsp;ist ja ebenfalls ziemlich gro\u00df: Liedermacher mit Akustikgitarre, mal bluesig, mal swingig. Selbst vor Schlagern machst du nicht halt, siehe <strong>Deine Augen sprechen B\u00e4nde<\/strong>. Du benutzt auch klassische Volksmusikinstrumente: Geige, Bass, steirische Harmonika. Texte und Arrangements sind mal melancholisch, mal locker-flockig, mal mit tiefsinnigem, mal mit recht derbem Humor, was sich vermutlich nicht ausschlie\u00dft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eIch sehe mich als Grenzg\u00e4nger\u201c, sagt Micha, \u201enicht nur wegen der Sprachen, auch wegen der Genres. Vielleicht mache ich irgendwann mal eine Grenzg\u00e4nger-Tour.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eGibt es denn ein Lieblingsst\u00fcck auf deiner <strong>Zerbrechlich-CD<\/strong>?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Micha denkt kurz nach. \u201eJa, <strong>Fahrt die Welt nicht an die Wand<\/strong>.\u201c Das \u00fcberrascht, denn als einziges St\u00fcck hat es eine etwas h\u00e4rtere Gangart, ist beinahe rockig. Micha, ein Revoluzzer? Moment, langsam mit den jungen Pferden. Seine Lieder sind bei Weitem keine Brandbeschleuniger. Zumindest songtechnisch zieht er sich da lieber auf eine intimere Ebene zur\u00fcck. R\u00fcckt Familie, Beziehung in den Vordergrund. \u201eDa, wo man was machen kann: <em>Es liegt in eurer Hand<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBist du jemand\u201c, frage ich ihn, \u201eder an der heutigen Zeit leidet?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Er \u00fcberlegt. \u201eWir verkl\u00e4ren die Vergangenheit ja oft zu einer Insel der Seligen. Und wir leben in einer Zeit, in der nicht so viel Sch\u00f6nes zu finden ist. Wo sich Leute, koste es, was es wolle, profilieren. Da ist dann nat\u00fcrlich auch die Angst, dass das, was wir uns aufgebaut haben, nicht so bleibt. Doch bei aller Kritik muss man auch vers\u00f6hnliche Gedanken haben. Es braucht Mut, Mut zu leben. Man muss erkennen, wie fragil die kurzen Momente des Gl\u00fccks sind. <strong>Zerbrechlich<\/strong> eben<strong><em>:<\/em><\/strong><em> Gl\u00fcck ist zerbrechlich. So behandeln wir\u00b4s gut. Im P\u00e4ckchen ist Hoffnung und auch ganz viel Mut<\/em>.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Erkl\u00e4rung: Ein \u00e4lteres Ehepaar. Er res\u00fcmiert. Gegenseitige Wertsch\u00e4tzung, das ist Thema des Titelsongs <strong>Zerbrechlich<\/strong>. Ganz Old School schreibt er ihr einen Brief. Mit einem wertvollen, silbernen Stift. Eine leise, dennoch eindringliche Kritik an der heutigen Gesellschaft. &#8222;Dabei leben wir&#8220;, so betont Micha, &#8222;in einer bislang auch gl\u00fccklichen Zeit. Die Eltern waren Teil des deutschen Wirtschaftswunders. Wir mussten keinen Krieg erleben. Aber in jedem von uns gibt es diese Angst vor einem Niedergang.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"517\" height=\"768\" src=\"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Micha2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6041\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch wenn derzeit Weltbewegendes anklingt, Micha ist kein Politrocker. Eher geht es um die kleinen und gro\u00dfen Ereignisse in unseren vielen Leben. Krisen, Hoffnungen, Zweifel, um Freude, Lustvolles, allzu Menschliches, immer aber Nachvollziehbares. Deshalb ber\u00fchren seine Lieder. Wir erkennen uns wieder in der humorvollen Kritik an einer Welt, die uns stetig und zunehmend aus den H\u00e4nden gleitet. Bei Micha klingelt kein Handy. Tats\u00e4chlich nicht. Er ist der <strong>Letzte analoge Held in einer digitalen Welt<\/strong>. Kein anonymes Getippe und Gewische bringt ihn aus dem Takt. Er distanziert sich von einer Welt, in der&nbsp;Leute Beziehungen per SMS beenden. Auch zu sprachlichen Verrenkungen im Sinne des Zeitgeistes hat er seine Meinung. Findet vieles \u00fcberzogen. Immerhin sei Deutsch die Sprache der Dichter und Denker. Vielschichtig, dezidiert. Ich m\u00f6chte hinzuf\u00fcgen: Opulent. Und so k\u00fcmmern sich seine <strong>CowboyerInnen <\/strong>in oben erw\u00e4hntem Song nicht um Gendersternchen sondern machen ganz einfach ihre Arbeit. Zuviel Gegendere, und die Poesie entschwindet. Da stimme ich ihm zu. Deutschland denkt. Weit \u00fcber\u00b4s Ziel hinaus. Fernab von Dichtern und Denkern. Ganz analog schiebt Micha jetzt seine CD, die zerbrechliche, \u00fcber den Tisch. Genug politisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSind deine Liedtexte eigentlich autobiografisch?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEin klares Jaein. In jedem Lied ist nat\u00fcrlich viel Micha.\u201c Aber da sind auch Tr\u00e4ume, W\u00fcnsche, wie etwas h\u00e4tte gewesen sein k\u00f6nnen. <strong>Der alte Bulli und das Meer<\/strong> ist so ein Jugendtraum. Nach den damals herrschenden Moralvorstellungen sei ein solches Szenario undenkbar gewesen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aha, denke ich, mit dem VW-Bus ab nach Amsterdam, an den Strand. Zusammen, Hand in Hand ins Meer gerannt. Abends dann Gitarrezupfen\u2026 wom\u00f6glich noch das&nbsp; Peacezeichen auf die Backe gemalt. <em>So frei waren wir nie mehr<\/em>, singt Micha. Und ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass er die kleinen Fluchten, wenn auch ohne Bulli, irgendwie doch hingekriegt hat. Zumindest das mit dem Gitarrezupfen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;In dieser Zeile schwingt doch eine Menge Melancholie, ja nostalgische Verkl\u00e4rung mit. Und du gehst ja noch weiter zur\u00fcck. Da sind Kindheitserinnerungen, wie im <strong>Analogen Held<\/strong>. in denen wir uns, das entsprechende Alter vorausgesetzt, durchaus wiederfinden k\u00f6nnen. Klingt ein bisschen wie die Suche nach der verlorenen Zeit. Einer heilen Welt, in der wir uns zuhause f\u00fchlten. Geborgenheit. Aufgehoben sein in der Familie. Und immer wieder intonierst du das Wort Vers\u00f6hnung.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wir sehnen uns nach Zufriedenheit, Geborgenheit, Sicherheit.&#8220;, fasst Micha zusammen. &#8222;Als k\u00f6nne er meine Gedanken lesen.&#8220;, beschreibt ein weiblicher Fan dementsprechend auch seine Gef\u00fchle. Michas Publikum sind nicht die Tick-TockerInnen oder HandywischerInnen. Wohl eher die Beschaulichen, die Zuh\u00f6renden, die SichZeitNehmenden. Inzwischen, erkl\u00e4rt er, h\u00f6rten ganze Familien allabendlich seine Musik. \u201eDas Meer, das Meer, das Meer!\u201c, singt da der j\u00fcngste Spross einer Familie begeistert mit. Mexiko, China, Japan. Micha bringt ein St\u00fcck Heimat in die Fremde. Da hat er wohl einen Nerv getroffen. \u201e<em>Ich mag die Zeit, wenn die Familie in der Stube zusammen sitzt. Wenn der Abend sich die Stille schenkt.<\/em>\u201c, singt er in <strong>Das Jahr vergeht<\/strong>. Das l\u00e4sst mich an die Samstage denken, als meine Mutter Kuchen backte, und ich die Teigsch\u00fcssel ausschlecken durfte, w\u00e4hrend mein Vater seine Pfeife rauchte. Micha triggert mit seinen Texten. Hinein in eine kleine Auszeit. Sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWie alt bist du eigentlich?\u201c,&nbsp; frage ich den Mittsechziger bei all seiner und vielleicht auch meiner Sehnsucht nach einer vergangenen Zeit. \u201eIch meine jetzt nicht biologisch. Eher so im Kopf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSechzehn\u201c, antwortet er spontan und lacht. \u201eOder vielleicht eher achtzehn. Dann hab ich schon den F\u00fchrerschein und bin mobil.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Praktisch veranlagt, der Mann. Irgendwas bleibt also immer sechzehn. Dacht ich mir\u00b4s doch. In seinen Liedern streift sein Alter Ego durch bl\u00fchende Almwiesen, mampft unverdrossen und ziemlich politically incorrect das, was man heute Schaumk\u00fcsse nennt. \u201eDa bleibt man im Kopf jung\u201c, meint er ein wenig bedauernd, \u201eaber der K\u00f6rper macht das nicht mit. Was f\u00fcr eine Diskrepanz! Aber trotz aller Erfahrungen, steiniger Wege, Stationen\u201c, f\u00fcgt er hinzu, \u201eist es doch das beste aller m\u00f6glichen Leben gewesen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"498\" height=\"768\" src=\"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Micha4.jpg\" alt=\"Micha Musik Zerbrechlich Liedermacher1\" class=\"wp-image-6040\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ist es ja, famoser Weise, noch, will ich wohl meinen. All das Streben nach Geld und Reichtum sei unwesentlich, f\u00fcgt er hinzu. Seine Tr\u00e4ume m\u00fcsse man sich bewahren: &#8222;Das, was man erreichen k\u00f6nnte, aber auch das, was man wirklich erreichen kann.\u201c Aber es m\u00fcsse auch Tr\u00e4ume geben, die Tr\u00e4ume bleiben. Aha, der Mann haushaltet kompliziert aber weise. Sogar mit Tr\u00e4umen. Ein \u00f6konomischer Romantiker. \u201eManchmal verrennt man sich jedoch. Geblendet von seinem Wollen und Tun. Arzt werden, erfolgreich sein. Vergisst, was vielleicht wichtiger w\u00e4re.\u201c So, wie vielleicht Freunde. Thematisiert in <strong>Alles so vertraut<\/strong>. Wo man sein kann, wie man ist. Zusammenh\u00e4lt wie <em>Pech und Schwefel<\/em>. So also, wie wir uns Freundschaft immer vorstellen, sie aber selten ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas w\u00fcrdest du denn deinem 16- oder 18j\u00e4hrigen Ich von deiner heutigen Warte aus mit auf den Weg geben?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch habe das Gef\u00fchl, dass ich im Leben einiges richtig gemacht habe. Aber eines habe ich falsch gemacht. Ich habe zu sp\u00e4t mit dem Beruf aufgeh\u00f6rt. Man kann so viel Neues erfahren, so viel an Lebensqualit\u00e4t gewinnen. Also, wenn du es dir irgendwie leisten kannst, h\u00f6r auf zu arbeiten! Achte darauf, wann es Zeit ist auf die Bremse zu treten. Genie\u00dfe die Zeit, mach, was dir Spa\u00df macht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Da bin ich ganz bei ihm. Ein fr\u00f6hliches Hallo also an alle Staatsdienenden, PolitikerInnen, die l\u00e4nger Leben mit l\u00e4nger Schuften gleichsetzen. Aber wir m\u00fcssen doch\u2026 nee, m\u00fcssen wir nicht. Aber das hei\u00dft auch: Augen auf bei der Berufswahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Ruhestand also? Nicht f\u00fcr Micha. Wohl eher Unruhestand. Frei nach dem Motto: Wenn was vorbei ist, kommt was anderes. \u00dcbrigens auch sein Erfolgsrezept f\u00fcr seine langj\u00e4hrige Ehe: Neues wagen. Herausforderungen annehmen. Die Frau bleibt dabei nat\u00fcrlich dieselbe. \u00c4hm nein, sie ver\u00e4ndert sich nat\u00fcrlich auch. Ach, ihr wisst schon, wie ich\u00b4s meine.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#d2d8e4\">Und nu\u00b4? Also, Micha ist ja nun offizieller Austropop-Beauftragter. Moderiert eine Sendung mit ausgesuchten Hits und Schmankerln der \u00f6sterreichischen Rock- und Popkultur. Angefacht wurde das Feuer durch <strong>Marianne Mendts<\/strong> jazziges wie eing\u00e4ngiges <strong>Wiea Glock\u00b4n<\/strong> samt <strong>Da Hofa<\/strong> von <strong>Wolfgang Ambross<\/strong>. Mittlerweile hat sich <strong>Austropop mit Micha<\/strong> zu einem beliebten Event entwickelt. Mit treuen Fans.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eJa, willst du denn reich und ber\u00fchmt werden?\u201c, frage ich, <strong>ohne<\/strong> hinzuzuf\u00fcgen \u201ein deinem Alter!\u201c Was ja auch meines ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Micha winkt ab. Seine Musik sei halt sein Leben. \u201eWenn\u00b4s gef\u00e4llt, freut es mich.\u201c Ungef\u00e4hr so wie ein Vater sich f\u00fcr seine Kinder freue, wenn sie wachsen, gedeihen, ihren Weg gehen w\u00fcrden, freue er sich, wenn seine Lieder geh\u00f6rt, gemocht w\u00fcrden. Aufzwingen wolle er sie jedoch niemandem. Au\u00dferdem sei seine Musik ein Nischenprodukt. Kein Mainstream.<\/p>\n\n\n\n<p>Also nur so ein kleines bisschen reich und ber\u00fchmt werden, das nehm ich ihm ab. \u201eTats\u00e4chlich\u201c, merke ich &#8211; ganz advocatus diaboli &#8211; an, \u201ebist du mit deinen Liedern ja irgendwie aus der Zeit gefallen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch setze halt die Tradition der Liedermacher (der LiedermacherInnen, Anmerkung der Redaktion) fort. Diese Musik ber\u00fchrt mein Herz. Ich mach mein Ding, wie Udo Lindenberg sagt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnd jetzt schl\u00e4gt dein<strong> Herz <\/strong>also<strong> an der Saar<\/strong>?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch hab ja die l\u00e4ngste Zeit meines Lebens im Saarland verbracht. Dennoch k\u00f6nnte ich mir vorstellen auf einem Berg in einer H\u00fctte zu leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Oj! Und was denkt deine Frau dar\u00fcber?\u201c Hoffe ja mal, dass dieser, sein Gedanke nicht ganz neu f\u00fcr sie ist.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eF\u00fcr sie kommt das wohl eher nicht in Frage. Dazu ist sie zu kommunikativ, zu sehr hier zuhause. Aber sie teilt die Liebe zu den Bergen. Wir verbringen ja h\u00e4ufig unseren Urlaub dort. Au\u00dferdem ist der Saarl\u00e4nder an sich ein besonderer Mensch.\u201c Eine von Michas ersten Begegnungen mit der s\u00fcdwestdeutschen Spezies endete mit einem: \u201eDu bist zwar nicht von hier, aber ich trau dir trotzdem.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Charmant. Manch einer h\u00e4tte bei dieser Aussage eine Grundlagendiskussion losgetreten, zumindest ein markiges <em>Bist deppat, du Bazi?<\/em> In die Runde geworfen. F\u00fcr Micha dagegen klingt so ein positives, fr\u00f6hliches Dennoch! Und da ist es wieder, das Vers\u00f6hnliche, das alles eint. Die starke Frau mit dem starken Mann, den Swing mit dem Blues, die Sehnsucht nach den Bergen mit der neuen Heimat im ehemaligen Kohlerevier. Geht doch!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#d0d5e6\">Lieber Micha, ich bedanke mich f\u00fcr dieses interessante Gespr\u00e4ch!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"517\" height=\"768\" data-id=\"6041\" src=\"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Micha2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6041\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"545\" height=\"768\" data-id=\"6039\" src=\"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Micha1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6039\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"498\" height=\"768\" data-id=\"6040\" src=\"https:\/\/slidebearing.eu\/julclub\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Micha4.jpg\" alt=\"Micha Musik Zerbrechlich Liedermacher1\" class=\"wp-image-6040\"\/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#d0d5e6\">Kursives: Liedzeilen aus CD <strong>Zerbrechlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#d0d5e6\">Fast alles Fettgedruckte: Musiktitel CD <strong>Zerbrechlich<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Alle Titel der <strong>CD Zerbrechlich<\/strong> von 2023 mit ihren 13 Songs k\u00f6nnt ihr \u00fcbrigens auf<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=OLAK5uy_k7pPg0fzYHqRlQBMrDu3z7tW2sJNxEkis\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> <strong>Youtube<\/strong><\/a> anh\u00f6ren. F\u00fcr alle, die nicht streamen sondern etwas in der Hand haben wollen, gibt es die <strong>CD<\/strong> bei <strong>magicsound@t-online.de<\/strong> zu bestellen. Sie kostet 14,99 plus Versand.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sendung <strong>Austropop<\/strong> <strong>mit Micha<\/strong> findet ihr, wenn ihr <strong>saarwellewebradio<\/strong> oder <strong><a href=\"https:\/\/laut.fm\/saarwelle\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">laut.fm\/saarwelle<\/a> <\/strong>in die Suchmaschinen eingebt. Termine sind immer Dienstagsabends, aber nicht jeden Dienstagabend. Informiert\u00b4s euch halt!<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr alle, die ihr \u00d6sterreichisch etwas aufpolieren oder einen Vergleich mit dem Niederl\u00e4ndischen anstellen wollen kann ich w\u00e4rmsten diese <strong><a href=\"http:\/\/www.fim.uni-linz.ac.at\/Woerterbuch_oesterr_deut_englisch.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Seite der Uni Linz<\/a><\/strong> empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer ist denn eigentlich Micha, und wenn ja, wie viele? \u2013 Interview mit einem Musiker K\u00fcnstler, Texter, Komponist, Songwriter in tats\u00e4chlich nur einer Person. Zudem mein Nachbar und gesch\u00e4tzter Freund. Das soll ihm mal einer nachmachen. 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