Turin, Stadt der Dackel – Auf den Spuren des Sausage Walks

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Meine Lieben, es mag vielleicht verfehlt anmuten, angesichts des Elends in der Ukraine einen solchen Beitrag zu verfassen. Aber, seid versichert, das entsetzliche Schicksal dieses Landes und seines Volkes lässt mich alles andere als unberührt. Wer hätte mit einer solch unnötigen Aggression seitens Putins gerechnet? Alle? Niemand? Vielleicht haben wir die potentielle Gefahr aus naheliegenden Gründen auch nur verdrängt. Und bitte, wenn ich von Aggressoren spreche, meine ich nicht das russische Volk. Ich meine Russlands Diktator und seinen Stab unseliger alter Männer, die – weitab vom Kampfgeschehen – vor Computerbildschirmen lümmeln, während sie lässig, mit halbem Auge die Zerstörungen betrachten, die sie anrichten.

Eigentlich war mir angesichts Covid und dieser jüngsten kriegerischen Auseinandersetzung die Lust aufs Schreiben etwas vergangen. Es bedarf schon einiger Eigenmotivation um diese Zeiten unbeschadet durchzustehen. Auch, sich seinen Ängsten zu stellen. Wer derzeit die einschlägigen Nachrichtenkanäle nutzt, sieht sich mit Bildern konfrontiert, die wir seit dem Zweiten Weltkrieg auf europäischem Boden nicht mehr gesehen haben. Weinende Frauen und Kinder auf der Flucht. Ihre Männer, Söhne und Väter im Ungewissen. Wie die Bevölkerung ihrer grausamen Lage trotzt – einfach unglaublich! Ich weiß nicht, ob ich so mutig wäre.

Vielleicht mutet euch auch dies seltsam an: Aber mir fällt auf, dass viele Leute ihre Haustiere dabei haben, sie nicht im Stich lassen. Meerschweinchen, Hamster auf der Flucht. Gestern sah ich im Fernsehen einen kleinen Dackel mit seiner verzweifelten Familie über Gleise rennen. Im Hintergrund Detonationen. In einer Bahnhofshalle in Polen warten eine Frau mit viel zu schwerem Rucksack und ihre kleine Tochter auf die Weiterfahrt. Neben sich ihren treuen Retriever.

Lasst uns auf bessere Zeiten hoffen. Auf ein Ende des Krieges, der zu untragbaren Verlusten auf beiden Seiten führt und nur eines ist: Unmenschlich.

Demonstriert, spendet, betet, besinnt euch auf das Wesentliche, lebt nachhaltiger, tanzt das Wort Frieden. Egal. Was zählt, ist, dass ihr etwas tut.

Sausage Walk. Turin, Italy – Fountain in Piazza Castello (Castle Square) with walking people.

Und deshalb, und zum Weltfrauentag (Mein Mann glaubt, dass ich nur Frauen gemalt habe. Stimmt aber gar nicht) mein Sausage Walk Bild. Auf dass Frauen, Männer, Kinder, Hunde und Katzen nicht mehr um ihr Leben rennen müssen, sondern sich zum gemeinsamen Spaziergang treffen. So, wie es die TurinerInnen im letzten Jahr vorgelebt haben, als wir eine Woche in dieser tollen Stadt verbringen durften. Die Covidmasken hab ich einfach mal weggelassen. Als Erinnerung daran, dass zu einem Augenpaar auch immer Nase, Mund, ja, Mimik überhaupt gehören.

Eure Stina

Happy Halloween

Kürbis Fest Halloween Erntedank Julclub

Ich weiß, Halloween hat tatsächlich nicht viel mit Kürbissen zu tun. Trotzdem, finde ich, gehören sie wie buntes Laub, Kastanien und der Duft von Holzfeuern zu den aboluten Highlights in einer zuweilen trüben Jahreszeit. Endlich können wir uns wieder zuhause einigeln. Mit einem guten Buch und einer heißen Tasse Friesentee, eingemummelt in die dicke Decke mit dem Norwegermuster. Ohne schlechtes Gewissen. Nicht wie im Sommer, wenn die Sonne scheint, und wir die heißen Tage unbedingt draußen verbringen müssen, weil es in unseren Breiten nicht immer so viele davon gibt. Vielleicht gehört ihr aber auch zu jenen, die es gerade jetzt lieben, durch heimelig erleuchtete Straßen zu ziehen, hier eine heiße Schokolade, dort schon einen Glühwein zu trinken, Leute zu treffen, die ihr lange vermisst habt. Vielleicht seid ihr ja eher Herbstkinder, akzeptiert diffusen Nebel wie goldenes Licht mit frohem Herzen, weil es eine stillere Zeit ist als die Weihnachtszeit mit all ihren Aktivitäten. Extra für euch haben die Kürbiskinder ihre geernteten Schätze ausgebreitet. Müde, aber glücklich, dass sie, nach so viel Arbeit, im Schein der Laternen zusammensitzen können. Ich denke mal, dass sie gleich anfangen werden, einander Geschichten zu erzählen. Gruselig müssen sie sein. Nicht zu sehr, aber so, dass einem leichte Schauer über den Rücken jagen. Und sollte es zu schauerlich werden, hat man wenigstens einen Grund, noch etwas dichter zusammenzurücken. Happy Halloween!

wünscht Stina, die auch die Collage erstellt und zeichnerisch bearbeitet hat.