Natürlich selbstgebastelt













Würdet ihr auch mal gerne einer Elfe begegnen? Persönlich schwanke ich da immer ein bisschen. Würde sie mir freundlich gesinnt sein? Nach allem, was wir wissen, sind Elfen überaus umweltbewusste Wesen. Jedoch auch ein wenig launisch. Würde betreffende Elfe aus mir unbekannten Kanälen wissen, dass es mir letztens zuviel war, Folie von einer Pappschachtel zu pfriemeln? Ich stattdessen das ganze Gebinde, trotz schlechten Gewissens, im Mülleimer entsorgt habe? Bekäme ich sozusagen eine Elfen-Verwarnung? Wie sähe die aus? Von Mardern durchgeknabberte Kabel an meinem Kleinwagen? Wie jeder weiß, stehen Elfen ja auch mit der Wildtierwelt auf gutem Fuß. Zu meiner Verteidigung möchte ich anführen, dass ich wirklich nur ein sehr kleines, um nicht zu sagen: winziges Auto besitze, zudem aktiver Nutzer des ÖPNV bin.
Um mich langsamst an das Thema respektive die Elfen heranzutasten, habe ich im Sommer begonnen Elfentürchen zu basteln. Dabei greifen Elfen auch gerne mal ungefragt in den kreativen Prozess ein. So war ich unlängst nach getaner Bastelei schon auf dem Weg ins wohlverdiente Körbchen, als mir auffiel, dass an meiner Elfentür noch zwei Scharniere fehlten. Ohne Brille (denn die lag schon auf dem Nachtschränkchen) tapste ich zurück zum Arbeitstisch, schnappte mir Farbdöschen und Pinsel. Schlaftrunken malte ich zwei schwarze, längliche Scharniere an den rechten Rand meines Törchens. Und was entdeckte ich am nächsten Morgen? Seht selbst:

Im Grunde ist die Herstellung einer Elfenpforte auch ohne elfisches Zutun sehr einfach. Ihr braucht ein geeignetes Stück Holz (Höhe max. 15 cm), lange Ästchen, eventuell ein dickeres Stück Ast zum Abstützen, Holzkraftkleber, Plakafarbe, Schraubzwingen und wetterfesten Lack. Ohne Lack geht eure Elfentür schneller in die Anderswelt ein, als ihr Oh, nein! sagen könnt. Nachdem ihr das Holzstück für die eigentliche Tür bemalt habt, könnt ihr nach Herzenslust dekorieren: Mit Reißzwecken, Stofffetzchen, irgendwelchen Holztierchen, die ja immer in irgendeiner Schublade herumfliegen, einem dekorativen Aststück und anderem Zierrat. Letzteres ist ein wirklich schönes Wort. Es lässt an Mittelalter, Märchen, Frühlingsfeste, mit Blumen bekränzte Frauen denken. Rangiert für mich gleich hinter Kleinod. Doch ich schweife ab.
Die Schwierigkeit besteht tatsächlich darin ein geeignetes Stück Holz zu finden. Ich treibe mich dazu unauffällig in der Nähe von Holzfällenden herum, frage, ob ich mich am Verschnitt bedienen darf, oder krieche, wenn sie weg sind, bodennah umher und suche nach geeigneten Stücken. Alternativ kommt das Holz ganz plötzlich zu euch. Wenn ihr zu angestrengt sucht, werdet ihr vermutlich keins finden. Schließlich ist Magie mit im Spiel!

Zuhause solltet ihr die Holzstücke ein paar Tage geschützt und vor allem draußen trocknen lassen. So können auch etwaige Insekten ausziehen und ein neues Zuhause suchen. Die rote Waldameise fand unseren Balkon dann doch nicht so toll und trollte sich. Nun ja, es gab vielleicht ein kleineres Battle mit der ansässigen schwarzen Hausameise. Aber keine Toten. Ihr seht aber dennoch: Elfentürenbasteln ist ein GEFÄHRLICHER ZEITVERTREIB! Für alle Beteiligten.

Also bitte darauf achten, wer da so in dem Holz lebt. Ihr wollt doch keine Minuspunkte in der Elfenwelt sammeln. Ich bin auch noch mit dem Klarlack etwas im Zweifel. Holzlack scheint eine umweltfreundliche Alternative zu sein.
Der Trockenprozess des Leims nimmt ebenfalls etwas Zeit in Anspruch. Nur nicht hudeln! Lieber einen Tag warten, bis nichts mehr wackelt. Auch der Lack muss trocknen. Sonst kleben kleine Insekten daran fest. MINUSPUNKT! Aber eure Geduld werde euch belohnt! Denn es sieht wirklich ganz zauberhaft aus, wenn ihr eure fertigen Kunstwerke in weichem Moos, zwischen saftigen Blättern und knorrigen Ästen platziert. Ob drinnen oder draußen. Elektronisch versierte fädeln sogar noch eine Mini-Lichterkette drum herum. Ich habe aus kaputten Birnchen kleine Sturmlaternen gebastelt, die allerdings nicht leuchten. Denn sie sind ja nun – äh – hinne.

Im Winter würde ich die Elfentüren allerdings vor Wind und Wetter geschützt unterbringen. Außer eure Elfen haben sich schon an den Durchlass im Garten gewöhnt. Und jetzt steht die Tür pötzlich bei euch auf dem Regal, zwischen den zehnmal gelesenen Taschenbüchern. Vielleicht lasst ihr das Törchen also doch im Grünen. Verwitterung verleiht ja auch irgendwie Patina.
Wer keine Lust zum Basteln hat, muss nicht auf ein Elfentor verzichten, wie ihr hier seht:



Die hübsche Girlande hat übrigens meine liebe Freundin Sabine aus Stoffresten und Holzspießen gebastelt. Ihres Zeichens auch Meisterbäckerin feenhafter Torten. Eine davon seht ihr hier:

Alsdann, lasst eure Fantasie spielen und bastelt euer eigenes Elfentürchen. Oder kauft euch eben eins.
Viel Achtsamkeit wünscht euch









Nun zu den Fakten: Inhaberin Leyla Akman hat das hübsche Café samt Bäckerei im Januar 2024 eröffnet, habe ich dann später herausgefunden. Mit ihrem freundlichen und offenen Wesen hat sie sich bestimmt schon einen treuen Kundenstamm erarbeitet. Denn dass so ein gut organisierter Laden für die Betreiber kein Zuckerschlecken ist, setze ich mal voraus. Wenn man dann noch so kundenorientiert und fröhlich bleibt, (Zucker-)Hut ab! Vom orientalisch gemusterten Teller, über brennendes Teelicht, Kaffee, lecker Wurst, Käse, Obst, Brot, Brötchen bis zum lachenden Freilandei hat alles gestimmt. Und alles wurde so liebevoll und detailverliebt kredenzt. Wir kommen auf jeden Fall wieder. Denn so ganz nebenbei: Wenn ihr auf die roten Klinkerfassaden der gegenüberliegenden Häuser schaut, könntet ihr glatt glauben, ihr wärt in irgendeinem Londoner Vorort. Das passt doch ganz gut zu einem Saturday-Morning-Breakfast-Feeling, nicht wahr?

































































