Die lustigste Badewanne der Welt – Ich mache keine Werbung; ich find´s nur einfach gut!

Oder, wie mein Bruder sagen würde: Klappen gehört zum Handwerk!

Oder: Die Lösung für kleine Badezimmer

Können Badewannen lustig sein? Wohl nicht per se. Aber die Insassen schon! Not Diamants are a girls best friends, nein, der Badezuber ist es! Wahrlich unglaublich, wie ein Teil aus türkisfarbenem Plastik unsere Lebensfreude derart steigern kann. Tatsächlich erinnert das Ganze an jene Puppenbadewannen aus Kunststoff mit Fake-Armaturen, in der wir seinerzeit Schlummerle nebst Teddybär einer neuen Frisur zuführten. (Schlummerle? Die Älteren unter uns erinnern sich bestimmt an die Schlafpuppe mit Weichkörper, die das tat, was Babys, hoffentlich, zumindest manchmal tun sollten: Schlummern.) Selten also kamen die Haare respektive das Fell unbeschadet durch eine solche Wellness-Anwendung. Die Innereien des Teddys, in den Sechzigern noch aus Stroh, fingen an zu verfaulen, was man recht bald am üblen Odeur des Schmusetiers erkennen konnte. Die Augenlider mancher Puppe klimperten nach erfolgtem Vollbad wie jene Hildegard Knefs nach einer durchzechten Nacht. Dass ich noch einmal so ein Plastikteil mein eigen nennen würde… Wer hätte das gedacht? Und dass ich selbst, statt Schlummerle und Teddy, diesmal drin säße! Den Kopf an die Nackenstütze gelehnt, die Beine ausgestreckt (Nein, ich bin kein Zwerg!), wohlig im duftenden Schaum eines Badezusatzes dahindämmernd…

Und das kam so: Als wir vor einiger Zeit den Beschluss fassten die dunkelblauen Siebziger-Jahre-Kacheln unseres Bades gegen etwas weniger Katakomben-Flair auszutauschen, entbrannte zwischen meinem Mann, mir (Partei A) und meinem Schwiegervater (Partei B) ein heftiger Streit. Damals hatte es Partei A gerade mal über die Fünfziger Marke geschafft, während Partei B munteren Schrittes die Achtzig überschritten hatte. Neben der Angst vor Teelichtern, die zuweilen ganze Häuser in Flammen aufgehen lassen sollen, und, seiner Meinung nach, in enger Verwandtschaft zu Grablichtern stehen, hegt mein Schwiegervater eine immense Abneigung gegen mehr als 10 Liter Wasser in geschlossenen Räumen. Mineralwasser in Flaschen ausgenommen. Schwiegermütter mit täglichem Verbrauch von 5 Litern Sprudelquelle ebenfalls exklusive. Wie leicht entstünden durch Baden Überschwemmungen, breche man gar samt gefüllter Wanne durch die Decke ins Parterre. Außerdem, so beharrte er, sei Baden unzeitgemäß. Heute dusche man. Viel hygienischer als in seinem eigenen Schmutzwasser herum zu dümpeln! Womöglich noch umgeben von schicksalsschwangeren Teelichtern samt einschläfernder Meditationsmusik, die ebenfalls an ewige Ruhe gemahne. Ich frage mich: Woher kannte er unsere Gewohnheiten nur so genau?

Gut, ganz unschuldig war ich an seiner Phobie nicht, da ich in froher Runde, zu vorgerückter Stunde gerne die Story von Oma Dreher zum Besten gab. Während meiner Studentenzeit in Saarbrücken wohnte sie eine Etage über mir, von wo sie eines Tages mitsamt ihrer Toilette im Badezimmer meiner Wohnung landete. Denn das Haus stammte aus dem 18. Jahrhundert, die Hohlräume zwischen den Deckenbalken waren mit Stroh gefüllt. Da Oma Dreher gerne badete, dabei aber vergaß den Wasserhahn zuzudrehen, hatte sich das Stroh so voll gesogen, dass die Decke brach. Stroh und Badewasser: Eine Amour four. Was die alte Dame jedoch nicht davon abhielt, nach erfolgreicher Renovierung weiterhin ihren Badeorgien zu frönen.

„Mit Tosca kam die Zärtlichkeit!“

Si tacuisses… wären wir Badende geblieben! Partei B führte gegen unsere Einwände jetzt zunehmende Gebrechlichkeit ins Feld. Von welcher Partei B bislang zwar verschont geblieben war, die jedoch – so sicher wie Damokles` Schwert – bereits fröhlich über unseren Köpfen schwinge. Da brauche man eine begehbare, barriere-, sprich: badewannenfreie Zone. An einer Badewanne bleibe der Uneinsichtige hängen (Hä?), wenn er nachts mal raus müsse. Er respektive sie bräche sich überdies beim Rausklettern den großen Zeh. Ganz zu schweigen vom Hinschlagen auf – durch Überschwemmung verursachtem – glitschigem Boden. Zack, Oberschenkelhalsbruch. Und bräche man sich den Hals, sei das erwiesenermaßen schlecht. Die Badewanne müsse raus! Unter dem Albdruck seiner eigenen Horror-Visionen raufte mein Schwiegervater sich das noch einigermaßen volle Silberhaar. Wie prickelnd dagegen sei eine erfrischende Vitaldusche! Vips und weg, der ganze Dreck unmittelbar im Ausguss. Das Haar meines Schwiegervaters lag jetzt übrigens wieder glatt wie Schwanenfedern an. Ich war überzeugt. Mein Mann ebenfalls. Sah ich mich doch wie jene dicken, schwarzen Käfer, die beim Waldspaziergang schwerfällig über den Weg taumeln, vor einer etwaigen neuen Badewanne auf dem Rücken liegen. Reglos. Ohne die Chance auf einen lieben Menschen, der mich auf den Bauch dreht, damit ich ins Bett kriechen könnte. Wo ich mich dann bis in alle Ewigkeit schämen dürfte, da ich nicht von einer Badewanne hatte lassen können.

Was bekamen wir also? Ein richtig modernes Bad. Mit Möbeln, die einer Sintflut biblischen Ausmaßes standhalten könnten. Statt der markanten schwarz-beigen Fliesen wählte ich die gediegeneren, irgendwie voll-beigen, damit ich im hohen Alter nicht meinen jugendlichen Überschwang würde bereuen müssen. Was noch? Ach, ja, eine begehbare Dusche mit Klarglas-Abtrennung, von der wir seither vergeblich versuchen die äußerst kalkhaltigen, kommunalen Wasserspritzer abzukratzen. Tritt man beim Rückwärtsgehen versehentlich barfuß auf die Laufschiene, hört man die Engel im Himmel singen. Und den kleinen Zeh hab ich mir des Nächtens auch schon gebrochen. Am Türrahmen, weil ich zu faul war meine Puschen anzuziehen.

Vier lange Jahre lang dachte ich, gerade wenn es draußen so richtig eklig nasskalt war, kurz vor dem Einschlafen an meine alte Badewanne. Ja, ich träumte von ihr. Wenn ich ganz doll fokussierte, konnte ich sogar dieses ungeheuer wohlige Frösteln spüren, das auf Hals, Schultern und Armen prickelt, wenn man sich in der Badewanne aufsetzt. Es ist ja gerade dieser Übergang von heiß zu kühl und umgekehrt, der so köstlich ist. Komm, dachte ich mir, wenn du dich mental so gut in eine imaginäre Badewanne versetzen kannst (Beachtet das geniale Wortspiel!), dann brauchst du doch gar keine richtige! Zumal mein Mann den Bekehrten mimte, indem er immer wieder betonte, wie sehr ihm die Duscherei (Duschkopfeinstellung: Regenwald) behage. So sprach er Jahr um Jahr, bis…

Bis ich die faltbare Wanne im hippen Fifties-Design entdeckte!

Wer einmal in einer schwedischen Mietwohnung weilte, kennt sie: Die Nasszelle. Häufig ohne Fenster. Immer ohne Bewährung,. Da aber auch winterharte Nordleute schaumbaden wollen, ist die zusammenklappbare Badewanne seit Längerem ein Dauerseller in Schweden. Findige Menschen (darunter eine Hausfrau, die ein diesbezügliches Startup gründete) bescherten dem Badesüchtigen diverse Meisterwerke balnearischer Raumwunder. Aber keines war wie…

TATAAA:

Ich sah sie. Ich liebte sie. Vom ersten Augenblick an. Wir bestellten sie. Bei einer schwedischen Firma. Weil die deutsche gerade nur weiße hatte. Jetzt steht sie aufgeklappt in unserem Bad. Wir könnten sie auch wieder zusammenfalten und platzsparend verstauen, aber: Sie ist so hübsch! Strahlend türkis. Mit Haltegriffen, Körbchen und Bänkchen, damit auch kleine Leute sich über Wasser halten können. Und Kopfstütze.

Eines Abends war es soweit. Leise Meditationsmusik in Endlosschleife ertönte, als ich nach einem langen Arbeitstag die Wohnung betrat. Mein Mann hatte zwei Teelichthalter (in sicheren Teelichthaltern) aufgestellt. Ein Badezusatz namens Kuschel sorgte für üppige Schaumkronen (Nun ja, musste sie bildtechnisch vervielfältigen, damit man meinen Badeanzug nicht sieht). Im praktischen Hängekörbchen (Hallo? Das der Badewanne, nicht des Badeanzugs!) harrte meiner Mineralwasser (Reminiszenz an Partei B). Serviert im bruchsicheren Plastikbecher, wohlgemerkt. Tatsächlich musste ich noch ca. eine ¾ Stunde warten, da das Wasser zu heiß war, und die Badewanne irgendwie voll thermo ist. (Hmm, funktioniert dann also auch zum Kühlen von Bierkästen im Sommer, oder, eh!, Champagner! Probiert´s aber lieber nicht aus. Ist so vom Hersteller wohl nicht vorgesehen.) Aber dann: Oh seliges Vergessen. Beinahe wäre mir ein kleines Lied über unsere neue Errungenschaft in den Äther entschlüpft. Doch ich bremste mich. Nachdem ihr jetzt solange durchgehalten habt, möchtet ihr sicherlich…

Ein paar technische Daten zu der Badewanne von Zenkuru, für die wir uns entschieden haben:

  • Für ca. 150 Liter Wasser, wenn ihr drin sitzt
  • Empfohlene Körpergröße/Personengewicht ca. 185 cm/120 kg
  • Maße, ausgeklappt: L 128 cm, B 60 cm, H 53 cm
  • Maße, zusammengeklappt: 128 x 63 x 20 cm
  • Gewicht: 11 kg
  • Material: Polypropen, Thermoplastisches Elastomer (TPR), Stahlrahmen
  • Größe Ablaufschlauch: Durchmesser 3 cm, 95 cm lang

Man sitzt angenehm weich, der Rücken wird dennoch gestützt. Abgerundete Kanten aus Hartplastik erlauben es, die Beine auch auf dem Badewannenrand abzulegen. Die Arme sowieso. Ansonsten gewinnt die Wanne durch das Einfüllen des Wassers an Stabilität. Der Boden ist rutschfest. Mit 1,68 m kann ich sogar meine Beine ausstrecken, wenn ich aufrecht sitze. Mein Mann, 1,86 m, muss die Beine anwinkeln. Wasser kann über den Duschkopf o.ä. eingefüllt werden. Ein Pfropfen verschließt die Wanne. Durch Einsatz eines mitgelieferten Schlauchs kann das Wasser nach dem Baden in den normalen Ausguss abgelassen werden. Das stabile Stahlgestell sorgt für ein leichtes Ein- bzw. Aufklappen der Wanne.

Zur Wanne gehören neben dem Schlauch ein Ablagekörbchen (süß!), eine bequeme Nackenstütze, beides zum Einhängen per Klick, sowie ein kleiner Hocker mit Saugnäpfen, damit er nicht verrutscht. Der schwedische Vertrieb Cool Stuff empfiehlt, die Wanne nach dem Baden mit einem trockenen Tuch auszureiben, oder feucht mit etwas Spülmittel. Und sie ist gar nicht teuer!

Tipp: Es gibt sie nicht nur über die schwedischen und deutschen Filialen von Cool Stuff sondern auch von Schwänlein. Falls ihr nach anderen Modellen sucht: Schlagwörter deutsch: Badewanne faltbar/klappbar // schwedisch: badkar / badbalja  / vikbar

Merke: Es geht uns doch gar nicht darum jeden Tag in der Badewanne abzuhängen. Aber allein die Vorstellung nach einem arbeitsreichen Tag in schaumiges Vergessen abtauchen zu können, hilft den oft stressigen Alltag zu meistern. Und wenn es dann endlich so weit ist: Der Duft des Badeöls, das Zerplatzen der kleinen Schaumblasen an der Oberfläche, wenn man seinen großen Zeh ins warme Wasser tunkt… Welch ein Genuss! Seufz! Luxus! Wo bleiben die Geigen?!? Und wir sind ja nicht die ersten, die Baden schön finden. Ich meine, da waren die Römer, die Finnen…

Badewanne klappbar Schwänlein
So… türkis!

Übrigens: Mein Schwiegervater (Partei B) nennt eine äußerst hübsche Badewanne sein eigen. In der allerdings weder er noch meine Schwiegermutter – aus besagten Gründen – jemals baden. Und da man – ich vergaß – im heißen Wasser schrumpelt. Meine süße Rache besteht aus einer Vielzahl weihnachtlicher, sommerlicher, herbstlicher, österlicher, alltäglicher Teelichthalter mit echten Teelichtern darin! Und unserer geheimen, zusammenklappbaren Plastikwanne mit einem Fassungsvermögen, das zehn Kästen Mineralwasser locker übersteigt. Aber sonst sind eine Schwiegereltern wirklich die besten, die man sich wünschen kann!

Dieser Artikel erfolgte wirklich unaufgefordert und unbezahlt. Kaum zu glauben, aber wahr!

Stina Rezept

Stina (inkl. Falten) wurde fotografiert von Stefan Strauß. Technische Daten von Cool Stuff. Taucht mal ab, ihr Lieben

2 Antworten auf „Die lustigste Badewanne der Welt – Ich mache keine Werbung; ich find´s nur einfach gut!“

    1. Hejsan Ulrike,
      danke herzlichst für die lieben Worte! Habe mir natürlich auch deinen Blog angesehen und finde alles super lecker! Mein Schwerpunkt Süßigkeiten betreffend liegt ja auf Skandinavien und dem Elsass bzw. auch Lothringen. Aber so tolle Spezereien werde ich gerne einmal nachbacken.
      Viele Advents-Grüße
      JuttaStina

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